Kennen Sie Salzburg schon?

Exkursion in die Landeshauptstadt Salzburg

Burg Hohensalzburg, Mozart´s Geburtshaus oder die Getreidegasse: Als Salzburger kennt man seine Landeshauptstadt natürlich! Oder vielleicht doch nicht so genau? Der Tourismusverband Annaberg-Lungötz hat interessierte Vermieter eingeladen, einmal einen Stadt Salzburg Tag zu erleben, abseits touristischer Pfade und mit vielen kleinen Details am Rande.

Pünktlich um 9.00 Uhr warteten alle bereits auf mich in Annaberg vor dem Tourismusverband, wo wir mit Peter Höll, Taxi Höll, nach Salzburg fuhren.

Erster Stopp: Schloss Mirabells mirabell3

Das wunderschöne Schloss Mirabell ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ursprünglich für seine Geliebte und Mutter seiner Kinder, Salome Alt, erbauen. Barbara, unser Guide durch den Tag, führte uns zur herrlichen Marmortreppe. Entlang der Treppe sitzen kleine Engel, oben im Marmorsaal finden Trauungen statt. „Böse Zungen“ behaupten, dass der erste Engel auf der Treppe mit seinem Gesichtsausdruck vermitteln will: „Habt Ihr Euch Euren gemeinsamen Schritt gut überlegt?“ 😉

Nun aber weiter durch den beeindruckenden Garten: Am Pegasusbrunnen symbolisieren die vier Figurengruppen die vier Elemente

  • Feuer
  • Erde
  • Luft
  • Wasser

Nun geht es aber weiter durch die Stadt Richtung Linzer Gasse. Dabei kommen wir am „Königsgässchen“ vorbei. s königAuch hierzu hat Barbara eine nette Geschichte: In diesem Gässchen, nahe der Salzach, dem Fluss durch Salzburg, waren früher Gerbereien angesiedelt. Diese brauchten zum Gerben des Leders Urin und Fäkalien. Menschen, die dies einsammelten, wurden als „Könige“ tituliert, um von ihrer an sich nicht sehr angesehenen Tätigkeit ein wenig abzulenken.

 

 

Friedhof von St. Sebastian

s sebastianDer Friedhof von St. Sebastian ist nach einem der ersten Pestheiligen benannt und hat einen malerischen Kreuzgang, auf dem wir nun schlendern. Die Menschen der Barockzeit scheinen einen anderen Zugang zum Tod gehabt zu haben als wir, es ist nämlich nicht ungewöhlich, auf der Gruft einen Totenkopf zu finden oder gar eine Leiche aus Stein gehauen. Unter anderem ist die Familie von Salome Alt ist hier bestattet. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raichenau hingegen ließ sich in diesem Friedhof sein Grabmal errichten. Dank Barbara dürfen wir sogar hineingehen. Drinnen ist alles mit bunten Kacheln ausgestattet, die Wolf Dietrich wahrscheinlich auf einer seiner Auslandsreisen in Spanien von den Mauren abgeschaut haben dürfte. Die Symbole der vier Evangelisten stehen in diesem „Pantheon“ Wache.

Ein eher unscheinbares Grab hingegegen ist das der Familie Mozart, wo Vater Leopold begraben wurde, Mozart´s Frau Constanze und ihr zweiter Mann, sowie eine Tante. In einer Loge finden wir die Grabplatte eines berühmten Arztes, der in Salzburg gewirkt hat: Theophrast von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus.

Berühmte Persönlichkeiten in Salzburg

Durch die Linzergasse geht es nun weiter. Hier erinnert eine Gedenktafel an einen weiteren großen Sohn Salzburgs, Georg Trakl, der in der Apotheke in der Linzergasse seiner Arbeit nachging. Auch der bekannte Schauspieler der Donaumonarchie Alexander Girardi soll hier länger gewohnt haben. Eine kleine Anekdote gefällig? Katharina Schratt, Kaiser Franz Josephs enge Freundin, soll Girardi, mit dem Katharina ebenfalls bekann war, auf Geheiß des Kaisers zu einem nachmittäglichen Guglhupf einladen. Der Kaiser verspricht sich viel vom Besuch, gilt Girardi doch als Meister der Unterhaltung. Als nun die drei beim Guglhupf sitzen, kommt dem Girardi allerdings kein Wort über die Lippen. Nach der Jause meint der Kaiser: „Nun, man hätte sich ein bisserl mehr Unterhaltung mit ihm versprochen. Was ist der denn gar so schweigsam?“. Daraufhin angeblich Girardi: „Eure kaiserliche Majestät, essen Sie einmal mit einer kaiserlichen Majestät. Da bringen´s auch kein Wort heraus.“

Gleich in der nächsten Gasse erinnert eine weitere Gedenktafel an einen berühmten Bewohner: Josef Mohr ist hier aufgewachsen! Seine bettelarme Mutter fand aber zum Glück einen interessanten Paten für den kleinen Josef: Den damaligen Scharfrichter Joseph Wohlmuth.

Weiter geht es das Steingässchen entlang. Wir haben Glück, dass wir zu Fuß unterwegs sind. Nach dem zweiten Weltkrieg versuchte ein Amerikanischer Panzer durch das enge Gässchen zu gelangen, schrammte dabei an der Mauer entlang (siehe Bild) und blieb mit dem Panzer stecken …

 

Der Dom zu Salzburg

Ein wunderbares, kleines Gässchen, dieses Steingässchen, mit einer schönen Sicht hin zur Salzach und der Kulisse der Altstadt mit dem Salzburger Dom, zu dem wir nun hinüberwollen. Vorher noch ein kurzer kulinarischer Geheimtipp unserer Barbara: Im Köchelverzeichnis lässt es sich ausgezeichnet essen – besonders ein romantisches Dinner zu zweit ist hier sehr empfehlenswert!

Der Salzburger Dom ist nahezu „Jedermann“ ein Begriff, dennoch wollen wir ihn gerne besichtigen. Der Dom besitzt übrigens sieben Orgeln, die an manchen Tagen alle gespielt werden. Ein wunderbares Erlebnis! Über das wunderschöne alte Taufbecken wurde tatsächlich bereits Wolfgang Amadé Mozart gehalten.

Doch wir gehen heute in die Krypta, ehrfürchtig vorbei an den Gruften der Fürsterzbischöfe, und kommen zu einem sehr bemerkenswerten Kunstprojekt: Christian Boltanski, „Vanitas“, 2009
Die Installation „Vanitas“ besteht aus zwei Teilen, einem plastischen und einem akustischen. An den Wänden befestigt der französische Künstler Figuren aus Metallblech, die von Kerzen angeleuchtet werden. Im flackernden Licht werfen sie Schatten an die Wand, dazu ertönt im Raum die beständige Wiederholung einer automatischen Zeitansage. Montag-Samstag 10-17 Uhr, Sonn- und Feiertag 13-17 Uhr.

Der letzte Abschnitt unseres Salzburg-Tages gilt dem wohl größen Sohn der Stadt. Wir besichtigen aber nicht Mozart´s Geburtshaus in der Getreidegasse, sondern erfahren interessante Geschichten und Details der Familie Mozart in deren Wohnhaus.

Um viele Eindrücke und Erlebnisse reicher geht es nun wieder zurück ins Lammertal. Salzburg hat so viele Facetten, die es wert sind, sie zu studieren. Vielleicht begeben wir uns wieder einmal gemeinsam auf Spurensuche …

s mozart

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